Kann man eine Messe "kaufen" oder "bestellen"?

Informationen über die Messintentionen

Viele Menschen mögen mit dem im katholischen Bereich üblichen Messintentionen, die man im Pfarramt "bestellen" kann, nur noch wenig anfangen. Welche Bedeutung hat also die Messintention?

Jede Messfeier ist zunächst Vergegenwärtigung des Heilsopfers Christi. In jeder Messe werden die Teilnehmer mit hineingenommen in dieses Heilsgeschehen. So lautet Oration des 20. Sonntags im Jahreskreis:
"Barmherziger Gott, im heiligen Mahl schenkst du uns Anteil am Leben deines Sohnes. Dieses Sakrament mache uns auf Erden Christus ähnlich, damit wir im Himmel zur vollen Gemeinschaft mit ihm gelangen."
In jeder Messfeier ist also Christus der Handelnde, der seine Erlösung gegenwärtig werden lässt, damit sie in den Mitfeiernden Frucht bringt. Diese "Frucht" der Messfeier, also die Erlösungskraft Jesu kann der Priester auch einem ihm genannten Anliegen (= Messintention) zukommen lassen.
Wenn man eine Messintention im Pfarramt angibt, zahlt man dafür ein sogenanntes Messstipendium (Messgeld).
In Italien gibt man für eine Messintention 10 Euro, in den USA 10 Dollar und mehr. In Deutschland haben sich alle Diözesen auf einen Richtwert von 5 Euro festgelegt.
Pro Messe mit Intention erhält also ein Priester in Deutschland treuhänderisch 5 Euro auf ein spezielles Konto gezahlt. Dieses Geld darf er nicht für sich selbst, sondern ausschließlich kirchlichen oder mildtätigen Zwecken zukommen lassen. Obdachlose, soziale Projekte und kirchliche Aktionen vor Ort und weltweit werden dadurch unterstützt. Damit entfaltet sich die Kraft des guten Werkes. Die Messintention kann für eine Person (z.B. zum Sechswochengedächtnis oder Jahresgedächtnis) oder in einer bestimmten Meinung gegeben werden.
In anderen Teilen der Weltkirche, in denen es keine Kirchensteuer gibt, sind die Mess - Stipendien ein wichtiger Beitrag für den Lebensunterhalt der Priester. Da dies früher hier auch so war und vielleicht in Zukunft einmal wieder nötig wird, haben die deutschen Bischöfe beschlossen das System der Mess - Intentionen beizubehalten, damit es weiter bekannt ist. Allerdings darf in Deutschland das Geld nicht für den Priestern verwandt werden, da er aus der Kirchensteuer entlohnt wird. Vielmehr kommt das Geld einem sozialen oder kirchlichen Zwecke zu, den der Priester bestimmt, der die Messe gefeiert hat. Damit wird deutlich, dass Messintentionen ein Beitrag zum Erhalt des kirchlichen Lebens sind, zumal viele Gelder in die Mission oder ausländischen Priestern zugute kommen, die davon leben. Gott kann man nicht bestechen. Und für das Beten bekommt der Priester kein Geld. Doch brauch die weltweite Kirche auch Geld, damit hier und in der Weltkirche Priester leben können und weitere Messen gefeiert werden können.  

Das System der Messintentionen ist kirchenrechtlich geregelt. Dabei ist auch geregelt, wenn jemand kein Geld hat,  eine Intention zu bezahlen, muss jeder Priester eine Intention auch unentgeltlich annehmen. Die Geldgabe, die mit der Intention verbunden ist, ist also ein Beitrag zum Erhalt der Kirche und ihrer guten Werke für die, die es sich leisten können.

Die in unserem Pfarramt erbetenen Messintentionen werden in der Regel in den Fürbitten genannt.