Das Spektakel ist eine Uraufführung und ein Auftragswerk zum 500. Reformationsjubiläum.
1534 predigt in Münster der weitgereiste Schneider, Kaufmann, Gastwirt, Meistersinger und Schauspieler Jan Beuckelsson, besser bekannt als Jan van Leiden, ein Täufer, zu dem Katholiken wie Protestanten in Scharen überlaufen – vor allem Frauen. Anders als die Lutheraner fordern sie eine radikale Umkehr zur Gütergemeinschaft. Ab Februar 1534 erscheint der niederländische Prediger Jan Mathys in der Stadt und ernennt Münster zum "Neuen Jerusalem". Der katholische Landesherr Bischof Franz von Waldeck ordnet die Belagerung der Stadt an. Es entbrennt ein blutiger Machtkampf zwischen Täufern, Kirche, Adel und Bürgern. Als Jan Mathys getötet wird, steigt Jan van Leiden zum "König" auf. Ab jetzt dürfen Männer mehrere Frauen heiraten. Und über alle privaten Interessen wird die Gemeinschaft der Gläubigen gestellt. Doch in der apokalyptischen Situation mit den Kriegsknechten vor den Toren der Stadt greift Jan van Leiden zu immer drastischeren Mitteln, bis die Katastrophe nicht mehr aufzuhalten ist . . .
Menschen in krisengeschüttelten Zeiten zwischen Utopie und Fanatismus. Ein lebendiges Stück Münsteraner Stadtgeschichte – zum Reformationsjubiläum neu erzählt.
Das WBT vergibt hierzu ein Auftragswerk an die in Berlin lebende litauische Autorin Arna Aley, die bereits 2014 das Auftragswerk Die letzte Soirée über Alfred Flechtheim verfasste. Sie erhielt zahlreiche Preise und Ehrungen, darunter der 1. Preis des Dramenwettbewerbs Stückwerk II in Leipzig und die Einladung zum Stückemarkt des Berliner Theatertreffens. Seit 2012 arbeitet sie als freischaffende Kuratorin bei Stone Nest Project (Centre of Contemporary Arts) in London. Derzeit lebt Arna Aley als freie Autorin, Regisseurin, Cutterin und Übersetzerin in Berlin.