Gesprächsnachmittag: Haben Tiere eine Seele?

 

Dr. Rainer Hagencord vom Institut für Theologische Zoologie aus Münster kam mit zahlreichen Interessierten am Sonntag, 6. Juni, im Gemeindesaal der evangelischen Kirche in Drensteinfurt ins Gespräch bei der ökumenischen Veranstaltung mit dem Titel: "Haben Tiere eine Seele?" Dr. Hagencord arbeitete die hervorragende Stellung der Tiere in der Bibel heraus und ihre Würde vor Gott. Leider herrsche in Theologie und Philosophie seit der Aufklärung ein Anthropozentrismus vor - eine zu große Konzentration auf den Menschen. Wenn aber das Tier vergessen wird, dann geht es am Ende auch dem Menschen schlecht, so Hagencord. Der Kirchenlehrer Thomas von Aquin spreche vom unmittelbaren Gottesbezug der Tiere. Da der Übergang vom Tierreich zum Menschen fließend ist, gilt es, die Gefühle und seelischen Zustände der Tiere auch ethisch zu berücksichtigen. Auch wenn Tiere nicht die sprachlichen und verstandesmäßigen Fähigkeiten haben wie der Mensch, erwächst dem Menschen eine Verantwortung für die Mitgeschöpfe. Die Tiere, so die biblische Paradieserzählung, seinen nicht aus dem Paradies vertrieben worden, nur der Mensch und die Schlange. Wir haben also allen Grund in Theologie, Philosophie und im ethischen Umgang mit den Tieren deren Würde zu achten, so Hagencord. Auch Papst Franziskus hebe in "Laudato si" hervor, dass auch Tiere in den Himmel kommen, so Hagencord. Eine angeregte Diskussion mit den Teilnehmern über Fleischkonsum, Tierhaltung und Pflanzenschutzmittel schloss sich an.