Pfarrzentrum

Bereits im 12. Jahrhundert stand auf dem Grund des Pfarrzentrums ein Hof, der mehr als 600 Jahre lang dem Dompropst bzw. dem Domkapitel von Münster gehörte. Dieser sogenannte Pröpstingshof dienste zum Unterhalt des Domkapitels. Aus den schriftlichen Quellen ist zu entnehmen, dass der Dompropst auch bei der Besetzung der Pfarrstelle von Rinkerode seinen Einfluss geltend machte.

Ein ungewöhnlicher Anlass hat dazu geführt, dass dieser Hof im 12. Jahrhundert zusammen mit dem Ortsnamen Rinkerode erwähnt wurde. Es wurde berichtet, dass ein Mann, der zu diesem Hof gehörte, von einem Beinleiden nach der Verehrung der Reliquien des Hl. Ludgerus geheilt worden war.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wechselten einige Male die Besitzer des Hofes, bis er von der Nichte des damaligen Pastors Kellerweßel gekauft und als Krankenhaus „Zur Heiligen Familie" eingerichtet wurde. 1906 erhielt man die landesherrliche Genehmigung, dieses Krankenhaus mit der Kerckerinck-Borg'schen Armenstiftung zusammenzulegen. Clemensschwestern aus Münster betreuten und pflegten hier die Kranken der Gemeinde, und viele Rinkeroder sind auch hier noch geboren.

Da das Krankenhaus ab 1975 nicht weitergeführt werden konnte, war das Stiftungsvermögen anderen gemeinnützigen und kirchlichen Zwecken zuzuführen. So entstanden ein Wohntrakt für einige ältere Gemeindemitglieder und das Pfarrzentrum als Stätte der Begegnung, Bildung und Unterhaltung. Es soll den Organisationen, Gemeinschaften und Vereinen der Pfarrgemeinde dienen, kann jedoch auch von anderen Gruppen oder Personen für Familienfeiern benutzt werden (Anmeldung im Pfarrbüro)

In den Jahren seit der feierlichen Eröffnung am 11. Mai 1980 ist das Pfarrzentrum ein fester Bestandteil des Rinkeroder Gemeindelebens geworden.