Abschied Katharina Thiele
Liebe Katharina, liebe Bärbel, liebe Maria –
Ich mag keine Abschiede- vielleicht liegt es daran, weil sie oft mit Wehmut verbunden sind. Und das Wort sagt es ja schon: es tut weh und erfordert Mut.– Und so soll es heute eben nicht sein – Kein Wehmut – sondern ein froher Blick in die Zukunft, denn es geht um den Wechsel, um das nach vorne gehen.
Deshalb mag ich Wechsel sehr wohl, denn sie kündigen an, dass das Alte an seinen Abschluss kommt und dass etwas NEUES beginnt –einfach deshalb, weil jede von Euch merkt: Die Zeit dazu ist für mich reif.
Und wenn etwas zur Reife gelangt ist, wie auch immer, dann gehört es ein für alle Mal zur persönlichen Lebensgeschichte dazu. Es geht ein die Ewigkeit. Es wird nicht gelöscht, sondern es gehört untilgbar zu Euch dazu.
Es gehört zu Dir , Bärbel, ….- was hast Du alles mit der kfd erlebt, wie viele schöne Stunden, wieviel Anstrengung für die Stewwerter Kfd und auch wieviel Trost, in Zeiten, wo das Leben für Dich anstrengend und fordernd war…und auch in diesen Zeiten, war Dir klar:- ich mache was aus diesen Erfahrungen!. Ein Beispie:–  der „Kaffeeklatsch“ im Malteserstift wurde von Dir  initiiert, Du ahntet, was den Bewohnern gut tun würde –selbstgebackener Kuchen, miteinander reden-…. hier wird die Zuwendung Jesu zu den Armen, Alten und Schwachen in die Tat umgesetzt! –Danke!
Maria, - die kfd zeigt, wie wichtig die Frauen in der Kirche sind, Du bist und bleibst ja das Gesicht der Gemeinde im Kirchenbüro, hast ein offenes Herz und wache Sinne auch gerade für Situationen, womit Frauen zu Dir kommen…Du bist oft die erste Ansprechpartnerin, weißt um Zusammenhänge, nimmst Dir Zeit für die Menschen, die da vor Dir stehen – obwohl Du „eigentlich“ keine Zeit hast, bei der Fülle an Arbeit die anfällt – aber der Mensch vor Dir, der ist Dir immer wichtiger als alle Stundenkontingente …und ich weiß, wie anstrengend das sein kann und wie wichtig, dass an diesem Ort jemand ist, der das Herz am rechten Fleck hat…. – auch hier wird die Liebe Gottes ganz praktisch gelebt.- Danke!
Ja Katharina, die kfd – sie ist ein Stück Deines Lebens geworden! Als wir gestern Morgen telefonierten, da ahnte ich schon, dass Du nicht gut geschlafen hattest….- so ist das manchmal, wenn einem was am Herzen liegt. Dann ist man eben hellwach, dann wandern die Gedanken!
….
Ich schau mal ein wenig zurück – genauer gesagt 14 Jahre zurück, da hast Du das Ruder kfd in die Hand genommen und ich glaube wir können ehrlichen Herzens sagen: Du hast sehr gut gesteuert!
Es ist ein schönes Bild-…, denn es braucht eine gute Steuerfrau, die sich auf den Gewässern auskennt, die manövrieren kann, die aus der eigenen Lebensgeschichte weiß, es läuft nicht alles glatt, es gibt Herausforderungen, aber letztendlich sind sie es, die weiterbringen, Du bist eine Frau die weiß, dass das Schiff kfd schon einige Jahre auf hoher See fährt –es fährt, es dümpelt nicht dahin und so wird eben auch ab und zu mal ein neuer Hafen angesteuert, neue Ladung an Bord genommen, die Posten getauscht, die Mitarbeiterinnen fit gemacht.….- Hauptsache ist, das Schiff fährt, hält den Stürmen stand und kennt seinen Heimathafen: Jesus Christus. Bei ihm kann man immer ankern. Hier werden die Vorratsräume aufgefüllt, die Segel neu gesetzt, denn ER gibt die Route vor. Das Schiff ist kein Kreuzfahrtschiff nur zum eigenen Vergnügen, sondern ein Lastenkahn – es trägt die Menschen durch die Zeiten!
In vielerlei Hinsicht hast Du die kfd geöffnet – sie ist mehr als nur kfd im Dorf, Dir war es ein Anliegen, die politische Seite der kfd zu betonen, hast unzählige Unterschriftenaktionen gestartet für den –Equal Pay Day, die gleiche Bezahlung für Frauen, für die Mütterrente, um nur einiges zu nennen.
Hast klug dafür gesorgt, dass sich die kfd` s unserer Gemeinde trauen, sich gegenseitig zu unterstützen, es gibt schon Jahre lang die gemeinsame „Wegekreuzfahrt“.
Im Team warst Du die treibende Kraft, immer wieder für Fortbildungen zu sorgen, damit der Blick über den Tellerrand gelingen konnte.
Gemeinsam haben wir Umstrukturierungen der Arbeit überlegt, es war einfach absehbar, dass sich etwas verändern musste, wenn jüngere berufstätige Frauen Freude an der kfd behalten und Aufgaben übernehmen sollen. Du hast dem Team vertraut – konntest machen lassen – und es wurde gut –sehr gut, sogar. Denn das neue Team steht!
…und Du warst auf Mitgliederwerbung immer und überall…., die kfd wurde immer mehr ein Stück deines Lebens und ich vermute, dass Dein Mann Gerd manchmal sogar zum „Sekretär“ der Teamsprecherin wurde, wenn Du mal nicht zu erreichen warst.
…und Du wusstest, wenn es einer kfd- Frau  nicht gut ging, ….da hattest Du ganz feine Antennen,…, dann bist Du los und hast Dir Zeit genommen!
… und wichtig waren sie Dir die kfd- Gottesdienste, du hast wo du konntest, die Frauen unterstützt, die immer wieder treu die Gottesdienste vorbereiten.
…Tage der Besinnung…, auf Jesus Christus schauen, für den wir letztendlich gehen… –das war Dir ein  großes Anliegen…- einfach deshalb, weil der Grund all unseres Tun, das christliche Menschenbild ist und da braucht es ab und zu Zeiten der eigenen Vergewisserung.
…und die Teamrunden, die Mitarbeiterinnenrunden – atmosphärisch gut und mit Inhalt sollten sie gefüllt sein.  – Es ist Dir gelungen, auch deshalb, weil Dir das Team wichtig war – dir war wichtig zu wissen, wie es jemandem ging, wer womit belastet ist …-  damit alle gut ihre Arbeit tun konnten.
… und du konntest Dich aufregen – über so manche Dinge – auch in unserer Kirche…. Und glaube mir, ich kann Dich gut verstehen: Was wäre denn die Kirche ohne die Frauen, die Gemeinde ohne die treue Mitarbeit der Frauen. Dir, uns ist schon lange klar, die Arbeit in der Gemeinde läuft nur deshalb so gut, weil so viele Frauen sich einspannen lassen – jede Woche, manchmal sogar jeden Tag!
Es gibt sicherlich auch Männer, die das aus tiefstem Herzen tun, aber trotzdem: Wenn die Frauen nicht da wären, lief nicht einmal die Hälfte dessen was jetzt und heute möglich ….. und was bekommen die Frauen dafür?
Anerkennung? – Manchmal –aber eher selten, weil es ja als selbstverständlich angesehen wird….., Frauen haben Jahrhunderte das Leben der Gemeinden getragen….., haben die Dienste übernommen, die selten in der Öffentlichkeit wirksam waren…. Das war gut so und es wird auch gut bleiben, dass nicht alles in die Öffentlichkeit getragen wird… – denn gerade da, wo es um Vertrauen geht, ist Öffentlichkeit manchmal  eher schädlich…-aber Wertschätzung für ihren so treuen Dienst haben viele Frauen  dafür in der Öffentlichkeit wenig erhalten – bis heute!
Trotzdem erleben wir ja gerade eine Veränderung:
Die Gesellschaft, die Politik und auch die Kirchen erkennen den Wert der Frauen neu:
Wir haben eine Frau an der Regierungsspitze, es gibt den Weltgebetstag der Frauen, am kommenden Donnerstag ist Internationaler Frauentag , das Bistum Münster fördert Frauen in Leitungspositionen – wer weiß, was sich noch zum Guten ändern wird….
ES ist nun mal so, Frauen sehen die Welt anders – und davon profitieren wenn es gut läuft beide Geschlechter – und ich bin sicher, dass das auch in der Kirche immer mehr wahrgenommen werden wird!
Übrigens: Jesu wusste das längst …– in den Evangelien und der Apostelgeschichte ist das deutlich verbürgt…..und die Frauen wissen es, weil sie biblische Vorbilder haben und ganz auf Jesus setzen und einfach zur Tat schreiten!
Was wünsch ich Euch?
Mit einem Zitat von Professorin Dr. Elisabeth Lukas möchte ich enden:
„Du bist eine einmalige, einzigartige Person. Du warst erwünscht in dieser Welt. Zweifle nie an deinem Wert! Du wirst gebraucht in dieser Welt. Du hast noch einiges Wichtige vor.
Darauf dürfen wir gespannt sein.“
Dazu Gottes Segen!
Danke, Bärbel!
Danke, Maria!
Danke, Katharina!
Ihr habt Euren Teil zu einer lebendigen Gemeinde beigetragen!
 
Mechthild Döbbe, Pastoralreferentin