Eine der Gruppen befindet sich im Kalagala-Subcounty unweit der Hauptstadt Kampala. Der 58-jährige Moses Nyanda bewirtschaftet dort 3 acre, das sind etwa 1,2 Hektar – nicht viel, aber es ist sein Eigentum. Der Gemüseanbau dient der Eigenversorgung der neunköpfigen Familie sowie dem Verkauf der überschüssigen Ernte auf dem Markt.
Als Pionier hat Moses vor drei bis vier Jahren mit der künstlichen Bewässerung seiner Felder begonnen. Dadurch kann er auch in der Trockenzeit Auberginen, Mais, Bananen, Kartoffeln und Süßkartoffeln sowie Bohnen anbauen. Weil er mit guter Qualität dann auf dem Markt ist, wenn alle anderen nichts mehr anzubieten haben, umgeht er die niedrigen Preise während der Saison und kann das Dreifache des normalen Preises erzielen. Mittlerweile produzieren acht Mitglieder der Gruppe saisonal gegenläufig und vermarkten gemeinsam.
Die 60jährige Desty Kikaya sorgt für ihren kranken Mann und sechs Enkel. Sie hat in der Gruppe gelernt, wie man Bananen richtig anpflanzt, nämlich in einer tiefen Pflanzgrube, die möglichst lange Wasser hält. Sie hat sich zudem ein spezielles Podest gebaut, damit der Mais trocken und vor Tieren geschützt lagert, bis der Preis hoch ist. „Jetzt haben wir immer etwas zu essen“, sagt sie.
Im gesamten Uganda-Projekt von KLB Münster und Pfarrgemeinde Drensteinfurt gibt es 30 Gruppen mit je etwa 25 Familien. Hier im Ort Vvumba baut die Caritas Luweero derzeit ein halbfertiges Gebäude auf dem Gelände der Pfarrei St. Kiziito fertig. Strategisch günstig an der Straße nach Kampala entstehen so ein Supermarkt, eine kleine Bank und für die Bauern ein Marktplatz. Solche Marktflecken soll es bis 2022 in allen 18 Pfarrgemeinden der Diözese Luweero geben.
An einem anderen Ort, im Kagooge Farmers Market, ist die vor zwei Jahren errichtete Markthalle leer. Der Grund: Die Bauern, die zur besseren Vermarktung eine Kooperative gegründet haben, sind ausverkauft. Vor einigen Wochen noch lagerten hier die Säcke mit Mais; jetzt haben die Schulen, die Maismehl für die Zubereitung von Posho, einer Art Brot, benötigen, wieder mit dem Unterricht begonnen und alles aufgekauft. Weil eine Maismühle angeschafft wurde, kann nun fertiges Maismehl zu einem deutlich besseren Preis vermarktet werden.
Father Hilary Muheezangango zeigt uns die Saat-Bank: Mithilfe der Beratung sammeln die Bauern die Samen von örtlichen Sorten Bohnen, Hirse, Erbsen und Mais, um sie zu vermehren und ihre Eigenschaften zu dokumentieren. Gesehen hat der Caritas-Direktor so etwas hier in Westfalen.
Die Ausbildung der Bauern steht bei der Projektarbeit ganz oben auf der Agenda. Wer die Kleinbauern professionalisiert, kommt schneller und nachhaltiger zum Erfolg, ist der deutsche Projektkoordinator Hermann Schuten vom Internationalen Ländlichen Entwicklungsdienst (ILD) überzeugt. Denn in erster Linie sind sie es, die den Großteil der Nahrungsmittel erzeugen und so für Ernährungssicherheit sorgen.
Daneben geht es auch um die Landfrage. Die Caritas Luweero animiert die Kleinbauern, einfache Karten von ihren Dörfern anzulegen. Wer ist mein Nachbar? Wer lebt wo? Wie groß ist ungefähr mein Land? Das schult und sensibilisiert für den Wert der eigenen Scholle. Die Caritas-Berater kartieren mittlerweile per App und GPS. Das kann den Kleinbauern letztlich zu ihrem Recht verhelfen.